Das Schöne an der Geschichte des Ende des letzten Jahrtausends begründeten Musikprojekts „the famous band lasch" ist ihre Brüchigkeit. Komponieren, Proben, Aufnehmen, Touren, Berühmtwerden - diesen an sich im Musikgeschäft gut eingespielte Praxis hat lasch nie ganz ernst genommen. Trotz des zierenden Beiworts „famous" im Bandnamen. Zumindest nicht so ernst und so konsequent, dass daraus eine kontinuierliche Band-Erfolgsgeschichte entstanden wäre. Die Geschichte rund um die vier Gründungsmitglieder Gernot Eichmann, Stephan Taul, Max Tertinegg and Valentin Ruhry sowie die später dazu gestoßenen Petra Schuster und Andreas Pirchner hat sich zwar immer wieder einmal verdichtet - zu erstaunlichen Live-Auftritten und 2005 sogar zum sowohl auf Ebene der Quantentheorie als auch unter einem Pop-Aspekt hervorragend funktionierenden Album „The Principle of Superposition". Aber letztlich waren die einzelnen Teile immer ein wenig stärker als ihre Summe.
Und dieser Hang der Musiker zur extremen Selbstverwirklichung hat auch durchaus seine Vorteile, gab und gibt es auf diese Art doch eine ganze Reihe von bemerkenswerten Spin-off-Projekten aus dem losen lasch-Musik- und Lebenskollektiv - einige der Beteiligten teilen seit Jahren nicht nur den Probe- sondern auch den Wohnraum, derzeit am Grazer Lendkai.
Thomas Wolkinger
The Principle of Superposition - Etage Noir - 2006 |